Brüssel

Brussels Travel Blog

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Mein Gepäck habe ich tagsüber im Hostel gelassen. Vormittags habe ich mich natürlich gleich auf den Weg zu Brüssels Wahrzeichen gemacht, dem Atomium. Dorthin bin ich mit der Metro gefahren. Schon von weitem ist die Konstruktion aus neun Kugeln, die auf welche Art auch immer ein Eisenatom symbolisieren soll, zu sehen. Zuerst habe ich es mir natürlich von außen angesehen. Nachdem es vor zwei Jahren erst restauriert worden ist, hat es praktisch wie neu ausgesehen - passend zu seinem 50. Geburtstag.

Vier bzw. fünf der Kugeln waren zugänglich. Die meisten davon sind zweistöckig, im Inneren war eine Ausststellung über eine Ausstellung zu sehen - nämlich über die Weltausstellung 1958, für die das Atomium errichtet worden war. Interessanter als die Ausstellung war jedoch die Konstruktion selbst. Durch die in alle Richtungen führenden Verbindungen zwischen den einzelnen Kugeln führen Treppen und Rolltreppen (die angeblich zur Zeit der Eröffnung die längsten Europas und damit vor 50 Jahren eine Sensation waren). Nachdem ich mir ausreichend Zeit gelassen habe, habe ich das Gelände der Weltausstellung wieder verlassen und mich auf den Weg ins Stadtzentrum gemacht.

Die Sehenswürdigkeit schlechthin ist der große Markt, ein Platz, der von alten und hübsch verzierten Gebäuden umgeben ist - gleichzeitig aber auch der einzige Platz der Stadt, der auf diese Art erhalten ist. In der ganzen Innenstadt gibt es tausende Chocolaterien, der Duft der süßen Köstlichkeiten drängt sich überall auf. Die meisten Lokale sind sehr teuer und offenbar ist Europa der teuerste Kontinent auf meiner Reise. Angesichts dessen habe ich mein Mittagessen in einem thailändischen Lokal eingenommen. Nachmittags habe ich noch einen langen Spaziergang gemacht, vorbei am Königspalast, der zwar groß, aber nicht besonders ansehnlich ist. Direkt gegenüber des Palastes liegt ein Park, das Bild, das sich mir dort geboten hat, war erschreckend: Der Boden war beinahe lückenlos mit Plastikflaschen und Aludosen bedeckt.

Eine ganze Armee von Müllmännern war zwar mit dem Aufräumen beschäftigt, aber das hat nach einem sehr langwierigen Auftrag ausgesehen. Einer von ihnen hat mir dann erklärt, gestern habe eine Musical-Veranstaltung stattgefunden und das seien die Überreste und heute abends gäbe es das gleiche nochmal. Aber auch außerhalb des Parks war es nun nicht mehr so nett wie in der Innenstadt. Ich bin weiter ins EU-Viertel gegangen, wo das EU-Parlament und die EU-Kommission untergebracht sind. Sehr moderne, aber auch kalt wirkende Gebäude - noch kälter durch die Tatsache, daß die Gegend angesichts des heutigen Sonntags ziemlich leer war.

Danach bin ich ins Hostel zurückgefahren und habe mein Gepäck eingesammelt, eine Nacht wollte ich hier noch in privater Unterkunft verbringen - die war dann auch ganz nett, im letzten Stock eines Hauses mit toller Aussicht über die Dächer Brüssels von der Dachterasse aus. Abends habe ich noch gemeinsam mit meinen Gastgebern zu Abend gegessen und wir haben uns noch lange unterhalten, bevor wir gegen Mitternacht schlafen gegangen sind.
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Brussels
photo by: Vlindeke