Brisbane

Brisbane Travel Blog

 › entry 90 of 296 › view all entries

In der Früh hat meine Gastgeberin die Amerikanerin zum Flughafen gebracht und dort gegen einen Franzosen eingetauscht. Gegen halb neun waren beide zurück und es hat sich herausgestellt, daß wir ähnliche Pläne hatten, wir wollten beide ins Stadtzentrum. Unsere Gastgeberin hat uns am Weg zur Arbeit zu einer City-Cat Haltestelle gebracht, das ist ein Schnellboot, das am Brisbane River als reguläres Massenverkehrsmittel eingesetzt wird, ähnlich wie in Bangkok, nur daß das Boot hier deutlich moderner und schneller ist. Wir haben eine Tageskarte gelöst, die für alle Verkehrsmittel in der Stadt gilt.

Vom Boot aus hatten wir eine tolle Aussicht auf die Stadt. Schließlich sind wir bei einem Park im Westen des Stadtzentrums ausgestiegen, dieser Park beinhaltet einen karibischen Pool mit Palmen und Sandstrand, zu dem offenbar viele Einheimische während der Mittagspause kommen. Leider war ein großer Teil davon wegen Wartungsarbeiten nicht zugänglich. Von diesem Park aus sind wir über eine Brücke ins Stadtzentrum gegangen, wo ich mich zuerst auf die Suche nach dem Busterminal gemacht habe, denn dort, so habe ich mir sagen lassen, kann man Bus- und Zugtickets buchen. Zuerst wollte ich die Zugtickets besorgen, weil das etwas schwieriger ist da die Züge nicht jeden Tag gehen. Obwohl ich in einem Reisezentrum der Eisenbahngesellschaft war, konnte ich dort zwar Informationen, aber keine Tickets bekommen, die gab es nur bei der Central Station, die aber nur wenige hundert Meter entfernt war.

Am Weg dorthin habe ich mir eine australische SIM-Karte für mein Handy besorgt, für zwei Monate lohnt sich das. Schließlich habe ich auch meine Zugtickets besorgt, von Townsville nach Mt. Isa und von Darwin nach Adelaide. Sehr zu meiner Überraschung gab es aber keinen Anschlußzug von Adelaide nach Melbourne, denn dieser Zug verläßt Adelaide etwa 4 Stunden bevor der Zug aus Darwin ankommt und der nächste Zug nach Melbourne geht erst vier Tage später - und das wäre bereits nach Weihnachten. Also werde ich die Strecke Adelaide - Melbourne wohl auch per Bus zurücklegen. Die einzigen Bustickets, die ich besorgt habe, sind für die Strecke Brisbane - Townsville. Ich habe ein Ticket erstanden, das es mir erlaubt, auf dieser Strecke so oft ich will Zwischenstops einzulegen.

Noch bevor ich die Bustickets besorgt habe, hat sich der Franzose verabschiedet, er hat sich auf den Rückweg gemacht, da ihn offenbar der Jetlag heimgesucht hat und er schlafen gehen wollte. Also bin ich allein durch das Stadtzentrum Richtung Süden gegangen. Das Zentrum ist ziemlich klein, vielleicht ein Quadratkilometer, und die Orientierung fällt nicht schwer, denn alle Straßen in Nord-Süd Richtung sind nach englischen Königen benannt während alle Straßen in Ost-West Richtung nach englischen Königinnen benannt sind. Im Süden des Stadtzentrums ist der Botanic Garden, der entlang des Brisbane River liegt. Gegenüber liegt eine steile Sandsteinwand zu Kangaroo Point, soweit ich weiß ist das jener Abhang, über den vor einiger Zeit ein Österreicher zu Tode gestürzt ist und lange nicht gefunden wurde. Auf dieser Wand haben sich einige Kletterer getummelt, irgendwie scheint es allein im kleinen Stadtzentrum angefangen bei Sandstrand bis Kletterwand alles zu geben. Im Süden des Botanic Gardens liegt ein kleiner Mangrovenwald, halb im Wasser, den man über einen Steg durchlaufen kann.

Nachdem ich nun den ganzen Tag herumgelaufen bin, habe ich mich im Botanic Garden ein wenig ausgeruht und meinen Lonely Planet studiert. Laut diesem habe ich auch die wichtigsten Punkte in Brisbane schon gesehen und so habe ich mich über einen Umweg über die St. Stephen's Cathedral auf den Weg zur Central Station gemacht, von wo aus ich den Zug zurück zu meiner Unterkunft genommen habe - da war es aber schon dunkel. Abends wurde ich zum Essen beim Take-Away-Asiaten eingeladen und tatsächlich gab es von den meisten asiatischen Ländern etwas auf der Karte, ich habe mich für etwas mongolisches entschieden da die Mongolei von allen zur Auswahl stehenden Nationalitäten am weitesten zurücklag.

Zurück in der Unterkunft hat meine Gastgeberin ihre 75jährige Cousine angerufen, die in Graz geboren und aufgewachsen und nach dem Krieg nach Neuseeland ausgewandert ist. Mittlerweile lebt sie allerdings auch in Australien. Natürlich wollte sie unbedingt mit mir sprechen und offenbar hat ihr das eine sehr große Freude bereitet, sie hat mir natürlich ihre halbe Lebensgeschichte erzählt, die aber zugegebenerweise nicht ganz uninteressant war. Sie hat gemeint, sie hat schon seit 6 Jahren kein Wort Deutsch mehr gesprochen und wirds wohl so schnell auch nicht mehr tun und falls ich in die Nähe komme, sollte ich mich auf jeden Fall melden. Nach diesem Gespräch gab es natürlich noch eine kleinen fotographischen Reisebericht meinerseits.

Mein erster Tag in Australien (zumindest auf dieser Reise, Australien ist das erste Land in dem ich zuvor bereits war, von Ukraine einmal abgesehen) war von Freude darüber geprägt, endlich wieder in einem westlichen Land zu sein. Alles ist sauber und hygienisch, alle sprechen eine Sprache, die ich verstehe, ich bin nicht mehr auf den ersten Blick als Ausländer zu erkennen, das Klima ist nicht mehr tropisch (das wird sich auf der Fahrt nach Darwin allerdings wieder ändern), es gibt Supermärkte, es gibt westliches Essen (mittags jedenfalls), Wasser aus der Wasserleitung ist trinkbar und ich brauche meine Wertgegenstände nicht mehr ganz so festhalten wie in Asien. Leider ist hier natürlich alles etwas teurer, aber abgesehen von den Zug- und Bustickets nicht so teuer wie ich befürchtet habe.

Join TravBuddy to leave comments, meet new friends and share travel tips!
Brisbane
photo by: Mezmerized