Bärige Wasserfälle

Barriere Travel Blog

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Von dem herrlichen Wetter gestern war heute nichts mehr zu sehen, schon der morgentliche Blick durch das Fenster hat das Wetter, das uns den ganzen Tag begleiten sollte, gezeigt: Grau in grau mit Regen. So war der Beschluß schnell gefaßt, den heutigen Tag hauptsächlich im Auto zu verbringen. Wir wollten erst nach Westen und dann dem "Wells Gray Park" entlang nach Süden fahren. Nur kurz nach Jasper sind wir wieder nach British Columbia und (hier gleichzeitig) in die Pacific Standard Time zurückgekehrt. (Unsere Uhren haben wir für den Ausflug nach Alberta gar nicht umgestellt.)

Der heutige Tag stand im Zeichen des Wassers, einerseits wegen des immer wieder einsetzenden Regens, andererseits wegen der vielen Wasserfälle, die wir unterwegs besucht haben. Der erste davon, mit dem nichtssagenden Namen "Overflow Falls", hat uns nicht besonders begeistert. Dieser Wasserfall war etwa 15 Minuten vom Parkplatz entfernt, am Weg durch den Wald waren viele Bäume von einem übereifrigen Specht (oder ähnlichem Tier) durchlöchert, sodaß um viele Bäume ein Gemisch aus kleinen Holzstücken und Harz gelegen ist.

Nicht weit entfernt lagen die Rearguard Falls, dort sind wir ein wenig länger verweilt. Auch dieser Wasserfall war nicht besonders hoch, aber die vielen kleinen Einschnitte, durch die das smaragdgrüne Wasser gerauscht ist, waren doch ganz nett anzusehen. Beide Wasserfälle waren aber nichts verglichen mit dem, der uns im Süden des Parks erwartet hat. Die Spahats Falls haben unsere Erwartungen bei weitem übertroffen. Ein 75 Meter hoher, aber sehr schmaler Bach fällt hier in eine tiefe, kesselartige Schlucht, die auf einer Seite offen ist. Die Schlucht hat einen Durchmesser von etwa 200 Metern, die schroffen Felswände fallen 120 Meter steil ab. Wir haben uns gefragt, wie so eine Schlucht entstehen kann, denn offensichtlich war sie nicht durch Wasser ausgewaschen. Später haben wir erfahren, daß es sich um abbröckelndes Lavagestein handelt.

Die Erwartungen an den nächsten Wasserfall, die "Dawson Falls" waren hoch. Das, was wir vom Parkplatz aus gesehen haben, war aber eher enttäuschend. Vielleicht waren die "richtigen" Wasserfälle weiter entfernt, aber ob des Regens sind wir nicht ausgestiegen. Die Dawson Falls waren auch nur ein Zwischenstop auf dem Weg zu unserem eigentlichen Ziel, den "Helmcken Falls". Auch dieser Wasserfall hat unsere Erwartungen genauso wie die Spahats Falls übertroffen. Hier fällt der Murtle River 137 Meter in die Tiefe und bildet so den vierthöchsten Wasserfall Kanadas. Auch er stürzt in eine tiefe Schlucht, hinter dem Wasserfall liegt eine Art riesiger Grotte, die noch zur Hälfte mit Schnee und Eis gefüllt war. Erst der wieder einsetzende Regen hat uns hier verjagt, am Südende des Wells Gray Parks wollten wir uns eine Unterkunft suchen.

Doch auch die beiden Wasserfälle waren noch zu übertreffen: Auf dem Weg nach Clearwater, bzw. Barriere, wo wir schließlich ein Motel gefunden haben, sind wir auf eine Braunbärenfamilie aufmerksam geworden, die unmittelbar neben der Straße auf Futtersuche war. Nachdem Bären als besonders gefährlich und angriffslustig gelten, wenn sie ihre Jungen dabei haben, sind wir natürlich nicht aus dem Auto ausgestiegen, aber wir sind doch sehr nahe herangekommen, bevor sich zuerst die Mutter und später die Jungen in den Wald zurückgezogen haben. Bären gibt es in Kanada unzählige, bisher bin ich allerdings keinen begegnet und so waren wir beide froh, die wohl bekanntesten Vertreter der kanadischen Tierwelt doch noch gesichtet zu haben. 
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