Boarding

Singapore Travel Blog

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Vormittags habe ich noch ein paar Sachen gewaschen, soda├č nun wirklich nur saubere W├Ąsche auf das Schiff mitnehme. Vormittags habe ich erfahren, da├č ich um 16:00 Uhr vom Hostel abgeholt und zum Hafen gebracht werde. Ich bin vorher noch mit einem Paar aus England in Bugis im Food Court essen gewesen - vorl├Ąufig mein letztes asiatisches Essen. Schlie├člich habe ich beinahe alle meine Singapur-Dollar in US-Dollar getauscht und bin wieder zur├╝ck Richtung Hostel gefahren. Die letzten Singapur-Dollar habe ich dann noch in ein wenig Reiseproviant umgesetzt.

Im Hostel mu├čte ich auch gar nicht lange warten, denn bereits um 15:30 hat mich ein Mitarbeiter der Reederei abgeholt und zum Containerhafen gefahren. Unterwegs habe ich erfahren, da├č ich der einzige Passagier an Bord bin, die anderen vier Passagiere, die urspr├╝nglich gebucht haben, sind kurzfristig abgesprungen. Schlie├člich bin ich am Hafen angekommen, den man nur mit entsprechender Berechtigung betreten darf, also mu├čte ich erst einen Ausweis ausstellen lassen, der mich f├╝r den Aufenthalt im Hafengel├Ąnde f├╝r drei Stunden berechtigt. Dazu mu├čte ich einen Schrieb der Reederei vorlegen, auf dem als Begr├╝ndung stand, da├č ich quasi als Techniker an Bord gehe. Schlie├člich wurde bin ich also relativ weit durch den Hafen, vorbei an sehr hoch aufgestapelten Containert├╝rmen, bis zum Liegeplatz der "MS Northern Fortune" gefahren. ├ťber eine wackelige Leiter bin ich dann auf das Schiff geklettert, ich sollte meinen Pa├č dem Kapit├Ąn geben. Am oberen Ende der Leiter hat mich ein Crewmitglied in Empfang genommen und mich erst zum Kapit├Ąn begleitet und mich zu meiner Kabine gebracht. Der Kapit├Ąn hat mir mitgeteilt, da├č sich die Abfahrt bis morgen um 14:00 Uhr verz├Âgert. Macht aber nichts, ich habs ja nicht wirklich eilig.

Vermutlich, weil alle anderen Passagiere abgesprungen sind, habe ich die Eignerkabine bekommen, wohl eine der gr├Â├čten Kabinen auf diesem Schiff. Die Kabine besteht aus zwei Zimmern und einem Bad. Das erste Zimmer ist etwa 25 Quadratmeter gro├č und beinhaltet eine gro├če Couch, Schreibtisch, Fernseher, Videorecorder, Stereoanlage und K├╝hlschrank. Das zweite Zimmer ist der Schlafraum mit zwei Betten, etwa halb so gro├č. Insgesamt gibt es f├╝nf Fenster, die allerdings gro├čteils vom Schornstein verdeckt sind. Das Schiff wurde 1991 in Polen gebaut und genau so sieht es in der Kabine auch aus - ein wenig abgewohnt, aber prinzipiell in gutem Zustand.

Nachdem ich mein Gep├Ąck in der Kabine abgestellt habe, war es schon Zeit zum Abendessen. Das wird in der Offiziersmesse zwischen 17:30 und 18:30 serviert. Am Weg dorthin bin ich einem Matrosen begegnet, der heute seinen letzten Arbeitstag hat. Von ihm habe ich erfahren, da├č der Gro├čteil der Crew aus Kroatien stammt und morgen ausgewechselt wird. Er selbst hat sechs Monate auf dem Schiff gearbeitet, hat jetzt genug davon und fliegt ├╝bermorgen mit einigen Kollegen zur├╝ck nach Kroatien. Das Essen schlie├člich war kein bisschen asiatisch mehr - abgesehen vom Reis, der als Beilage zu gekochtem Fleisch und Karottengem├╝se serviert worden ist. W├Ąhrend ich diese Mahlzeit zu mir genommen habe, ist auch der Kapit├Ąn zum Essen gekommen, ich habe herausgeh├Ârt, da├č er auch Kroate ist, ob er allerdings auch ausgewechselt wird, wei├č ich nicht, ich denke aber nicht.

Nach dem Essen habe ich ein wenig bei den Verladearbeiten zugesehen. Auf der Steuerbordseite stehen drei riesige Kr├Ąne, die in unglaublicher Geschwindigkeit Container aus dem Schiffsbauch ziehen und auf spezielle LKWs verladen - mit ziemlicher Pr├Ązision. Das ganze habe ich mir einige Zeit angesehen, aber nachdem dieses Schauspiel nicht besonders abwechslungsreich ist, habe ich mich nach einer Unterhaltung mit dem Agenten, der mich aufs Schiff gebracht hat, in meine Kabine zur├╝ckgezogen.

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