Banff

Banff Travel Blog

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Bei schönem Wetter sind wir in Revelstone erwacht, unser erstes Ziel war das örtliche Eisenbahnmuseum, das war allerdings zu frühmorgentlicher Stunde noch geschlossen. Stattdessen haben wir am Bahnübergang einen von Kanadas nahezu unendlich langen Güterzügen abwarten müssen. Abgesehen von der Länge ist er uns dadurch aufgefallen, daß pro Waggon nicht nur ein, sondern gleich zwei Container aufeinandergestapelt waren. Gleich auf der anderen Seite des Bahndammes beginnt der Revelstoke National Park, den wir daraufhin aufsuchen wollten. Doch leider war hier auch alles gesperrt.

Also haben wir unsere Fahrt fortgesetzt zum Glacier National Park. Die Straße wurde dort kurven-, die Landschaft schneereich, schließlich haben wir dann am Rogers Pass den höchsten Punkt der Straße durch den Glacier National Park erreicht. Im Informationsbüro haben wir erfahren, daß für diesen und alle weiteren Nationalparks, die wir besuchen wollten, eine Parkgebühr zu bezahlen wäre. Also haben wir einen Zweitagespass erworben, doch die Enttäuschung war groß, als sich herausgestellt hat, daß die meisten interessanten Ziele im Park noch nicht zugänglich waren. Besonders der zweithöchste Wasserfall Kanadas, der uns in unserem Parkführer aufgefallen ist, hätte uns sehr interessiert.

Einzig die "Natural Bridge" über den "Kicking Horse River" konnten wir sehen - die war eigentlich auch gesperrt, aber darum haben wir uns nicht gekümmert. Diese Brücke ist nichts anderes als eine durch die enormen Mengen an Schmelzwasser ausgewaschene Steinformation. Die Brücke selbst kann man zwar nicht überqueren, aber von allen Seiten bewundern, was wir auch ausgiebig getan haben. Über den "Kicking Horse Pass" haben wir dann den Yoho National Park erreicht. Vom Paß aus sieht man die beiden Portale eines Tunnels, der sich im Inneren des Berges nach oben schraubt, sodaß beide Portale relativ nahe beieinander, aber auf unterschiedlicher Höhe liegen.

Auch im Yoho National Park gab es nicht wirklich viel zu sehen. Dieser Park ist relativ klein und grenzt unmittelbar an den Banff National Park. Dort haben wir die Grenze zu Alberta überschritten. Schon einige Kilometer vorher war allerdings die Grenze zwischen den zwei Zeitzonen "Pacific Standard Time" und "Mountain Standard Time". Mehr oder weniger versehentlich sind wir von Lake Louise aus schon Richtung Jasper abgezweigt - auf den Highway 93, besser bekannt als "Icefield Parkway". Von dieser Schönheit haben wir allerdings nicht viel gesehen, denn Wolken, Nebel und Schnee sind zu einem homogenen weiß verschmolzen. So haben wir bald umgedreht und Banff zu unseren Ziel erkoren. Banff ist eine typische Touristenstadt, dort war aber noch nicht allzu viel los und wir haben ein Zimmer im "Red Carpet Inn" bezogen.

Es war noch nicht allzu spät und wir wollten uns noch ein wenig die Umgebung ansehen. Das Wetter war zwar nicht besonders gut, aber morgen sollte es noch schlechter werden. Also sind wir zunächst zum Tunnel Mountain Drive gefahren (der eigentlich gar keinen Tunnel hat), an dessen Beginn wir die Bow River Falls gesucht, aber nicht gefunden haben. Das heißt, wir haben die Wasserfälle gehört, aber obwohl wir zum Bow River hinuntergeklettert sind, haben wir sie nicht gesehen. Stattdessen haben wir das Wahrzeichen Banffs erblickt: Das "Fairmont Hotel". Es hat uns beide in gewisser Weise an Neuschwanstein erinnert, weil es im Stil einer Burg und relativ hoch gebaut ist. Man braucht nicht wirklich näher zu kommen, um zu erkennen, daß es erstens teuer und zweitens extrem kitschig ist.

Im Norden Banffs liegen zwei Seen, der kleine Two Jack Lake und der Minnewanka Lake. Während auf ersterem nur noch einige wenige Eisschollen über den spiegelnden See getrieben sind, war der andere noch beinahe vollständig zugefroren. An beiden Seen scheint sommers reger Badebetrieb zu herrschen, doch die derzeit vorherrschenden Witterungsbedingungen lassen vermuten, daß der Sommer hier noch in weiter Ferne liegt. Wieder auf der anderen Seite des Ortes, gleichzeitig auf der anderen Seite des Bow River, liegt ein Golfplatz. Weil wir vermutet haben, daß es dort besonders schön ist, sind wir dorthin gefahren. Derselbe liegt genau unter dem Fairmont Hotel, allerdings hat der einsetzende Regen unser Interesse bald schwinden lassen und so sind wir endlich in unser Hotel zurückgekehrt. Am Rückweg haben wir allerdings doch die Bow River Falls erblickt, wir haben einfach vorher in die falsche Richtung geschaut. Passend zum kühlen Wetter gibt es hier ein Whirlpool für die Hotelgäste. Das haben wir natürlich aufgesucht, offenbar hat sich sonst niemand dafür interessiert, denn wir hatten den ganzen Pool für uns alleine.
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Banff
photo by: jeffy