Ankunft in Hong Kong

Hong Kong Travel Blog

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Ich glaube, so gut hab ich im Zug noch nie geschlafen, war richtig erholsam. Und meine Sachen waren trotz nicht vorhandener Tür auch noch alle da. Der Zug ist pünktlich um 10:14 Uhr in Guanzhou angekommen. Der englischsprechende Chinese hat mir dann beim Verlassen des Bahnhofs das Angebot gemacht, mir beim Kauf des Tickets nach Hong Kong behilflich zu sein. Das habe ich natürlich dankend angenommen, auch wenn ich das ohne seine Hilfe auch geschafft hätte, wenn auch nicht so schnell. Der nächste Zug nach Hong Kong ging schon um 11:09h. Das war ein sehr moderner, doppelstöckiger Zug, der bis Hong Kong ohne Unterbrechung durch gefahren ist (Kowloon Through Train). Erst mußte ich allerdings die Ausreiseformalitäten für China erledingen - Formulare ausfüllen. Im Prinzip siehts dort so aus wie auf einem Flughafen. Das alles hat gedauert und so war ich zehn Minuten vor Abfahrt im Zug.

Fahrzeit nach Hong Kong war nicht ganz 2 Stunden, was mir für 100km Luftlinie etwas lang vorgekommen ist, denn der Zug war die meiste Zeit recht flott unterwegs. Bei der Ankunft in Hong Kong (Kowloon Station) gabs endlich wieder Bürokratie - Einreise nach Hong Kong. Auch wieder Flughafenatmosphäre, nur daß in so einen doppelstöckigen Zug weit mehr Leute hineinpassen als in ein Flugzeug - dementsprechend lang war auch die Schlange vor der Einwanderungsbehörde, aber es ist gottseidank schnell gegangen. Nur dumm, daß ich wieder zurück nach China muß, dann gibts das gleiche Prozedere nocheinmal in umgekehrter Richtung.

Dann habe ich wegen Tickets nach Vietnam gefragt. Die Auskunft war, es gibt keine - die gibt es nur von China weg. Schön, daß ich von den Chinesen das Gegenteil gehört habe. Aber wenigstens sprechen die meisten hier Englisch. Überhaupt, eine ganze Menge erinnert noch an England. Der Linksverkehr mit den auf dem Boden aufgemalten hinweisen "Look right", die Doppeldeckerbusse in der Stadt, selbst die Mülltonnen sehen so aus wie die in England. Danach hab ich mich auf die Suche nach einem Hostel gemacht. Ich habe zuvor im Internet gesucht, und kurioserweise waren die allermeisten davon an der gleichen Adresse. Am Weg zu dieser Adresse ist mir ein Inder über den Weg gelaufen - der hat mir erklärt, daß ich glücklich aussehe und daß ich ein langes Leben haben werde. Dann wollte er für diese Auskunft 300 HKD, also etwa 30 EUR, haben, die ich ihm natürlich nicht gegeben habe.

Kurz später bin ich also bei der Hostel-Adresse angekommen. Wie sich herausgestellt hat, handelt es sich um ein Hochhaus, wobei in jedem Stock ein anderes Hostel untergebracht ist. Ich bin also dort hineingegangen und wurde auch kurz später angesprochen, ob ich Unterkunft suche - im Erdgeschoß stehen dort die Mitarbeiter der Hostels herum und streiten sich um Ankommende. Na gut, Zimmer genommen und es ist relativ winzig. Wireless Internet und heißes Wasser so viel ich will wurde mir versprochen, doch weder das eine noch das andere ist vorhanden. Dafür sieht alles sehr neu aus, allerdings gibt es nur ein Fenster zu einem überdachten (=dunklen) Innenhof, also kein Tageslicht.

Macht aber nichts, weil zu viel Zeit möchte ich hier sowieso nicht verbringen. Ich bin also ein wenig durch die Stadt spaziert - Wobei Stadt ist in diesem Fall Kowloon, der eigentliche Stadtteil Hong Kong liegt auf einer Insel davor, da werde ich morgen hinfahren. Ich habe zunächst einmal ein Netzwerkkabel gesucht und mir dann auch ein aufrollbares Reisenetzwerkkabel besorgt. Auf dieser Suche bin ich auf zwei riesige Kaufhäuser mit riesigen Elektronikabteilungen gestoßen - war natürlich interessant, zu sehen, was es hier gibt, was zu hause nicht zu haben ist. Die Preise sind aber ähnlich, vielleicht geringfügig billiger, aber nicht wirklich. Außerdem hab ich mir ein Kensington Lock fürs Notebook besorgt, weil das ist der einzige Wertgegenstand, den ich nicht mitnehme, wenn ich in der Stadt unterwegs bin. Und obwohl das Hostel sehr neu ausgesehen hat, die Schlösser an den Türen waren nicht sehr vertrauenserweckend.

Nach dieser Einkaufstour war es draußen schon dunkel und auch hier gibt es eine schöne Hafenpromenade, von wo aus man einen tollen Blick auf die Skyline von Hong Kong Island hat. Habe natürlich gleich ein paar Nachtfotos gemacht. Die Skyline von Shanghai war sicher aufregender, aber die habe ich leider nicht nachts gesehen. Im Hotel wollte ich gleich mein neu erworbenes Netzwerkkabel ausprobieren, aber auch an der Steckdose - kein Netzwerk. Ich habe den Eindruck, daß es hier gar kein Internet gibt und daß sich der Besitzer nicht wirklich um seine Gäste kümmert, denn weder das von ihm versprochene Kabel noch den zugesagten Stadtplan hat er vorbeigebracht, darum werde ich mir noch die anderen Hostels in diesem Gebäude anschauen und morgen umziehen.
dzo says:
Well written.

Steve

http://www.holidayassistance.com
Posted on: Nov 10, 2007
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