Ankunft in Brisbane

Brisbane Travel Blog

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28.11.07

Nach dem Frühstück habe ich angefangen, meine in der ganzen Kabine verstreuten Sachen einzusammeln und einzupacken. Zu beeilen brauchte ich mich ja nicht, denn die Ankunft in Brisbane war für 14:00 Uhr geplant. Gegen 11 Uhr wurde schließlich ein "Port Pilot" an Bord geholt, der das Schiff in den Hafen bringen sollte. Nach dem Mittagessen waren schließlich am Horizont Hafenkräne auszumachen, die sich allerdings nur langsam genähert haben. Das letzte Stück in den Hafen wurde das Schiff von zwei Schleppern gezogen bzw. geschoben. Der offenbar anvisierte Anlegeplatz hat sich allerdings nach einiger Zeit als zu kurz herausgestellt, schließlich wurde das Schiff einige hundert Meter weiter zu einem größeren Anlegeplatz geschoben. Die Schleppboote haben sich auf die Seite des Schiffs begeben und es einfach seitlich in die Lücke zwischen zwei Schiffen hineingeschoben. Als das Schiff schließlich sicher angebunden war, war es bereits nach 16:00 Uhr.

Die nächste Herausforderung war, die Landungsbrücke auszuklappen und vollständig aufzubauen, das hat sicher auch eine halbe Stunde in Anspruch genommen. Die Landungsbrücke war noch nicht vollständig aufgebaut, da ist schon ein Quarantänebeamter aufs Schiff gekommen. Dem sind in einigem Abstand zwei von der Hafenbehörde nachgekommen und haben das Schiff auf etwaige Mängel hinsichtlich Sicherheitsbestimmungen überprüft. Wieder eine halbe Stunde später ist die Einwanderungsbehörde angerückt. Die ganze Mannschaft mußte zur Gesichtskontrolle anrücken, ich mußte ein Formular zur Einreise ausfüllen. Gewohnheitsmäßig habe ich alle mehr oder weniger dummen Fragen mit "Nein" beantwortet, darunter auch die Fragen nach mitgeführten Nahrungsmitteln und mitgeführtem Holz. Dann durfte ich allerdings meinen Rucksack öffnen und der Quarantäneinspektor hat festgestellt, daß ich ein Schneidbrett aus Holz dabei habe und ich es eigentlich hätte angeben müssen. Auch einige Teebeutel, die noch übrig waren, hat er beanstandet, die seien ja Lebensmittel und die dürfe ich nicht einführen. Es ist mir nicht allzu schwer gefallen, mich davon zu trennen, aber er hat gemeint, ich dürfe die Teebeutel am Schiff lassen.

Schließlich habe ich meinen Stempel in den Paß bekommen und Einwanderungsbehörde und Quarantäneinspektor sind von dannen gezogen. Theoretisch hätte ich die herumliegenden Teebeutel jetzt wieder einpacken können, denn dafür hat sich nun keiner mehr interessiert, allerdings habe ich sie der Mannschaft übereignet. Danach durfte ich endlich das Schiff verlassen. Schon Tage zuvor habe ich mir über CouchSurfing eine Unterkunft organisiert. Die Dame, die mir die selbe nun gewährt, hat mir angeboten, mich abzuholen. Nachdem das am Hafen allerdings ein bisschen schwierig ist (in den Hafen darf man nur mit Genehmigung, Parkplätze gibt es nur für Mitarbeiter), hat der Agent sich erbötig gezeigt, mich an einem besseren Ort abzusetzen. Ich habe also den Agenten mit meiner Gastgeberin einen geeigneten Platz für die Übergabe aushandeln lassen, was schließlich auch geklappt hat.

Nach 12 Tagen an Bord habe ich nun das Schiff wieder verlassen. Im Hafen sind Fußgänger allerdings verboten, man kann sich daher mit einem Bus innerhalb des Hafengeländes kostenlos kutschieren lassen. Um diesen Bus zu rufen, gibt es mobile Busstationen, die im wesentlichen aus einer Tafel und einem grünen Knopf bestehen. Diese mobilen Busstationen werden vor jedem Schiff aufgestellt und wenn man abgeholt werden will, drückt man einfach auf den Knopf, was der Agent auch gemacht hat. An der Ausfahrt sind wir in sein Privatauto umgestiegen und er hat mich zu einer Tankstelle gebracht, bei der ich schon erwartet wurde. Während der nicht allzu langen Fahrt habe ich mich mit meiner Gastgeberin unterhalten, zu deren Hobbies es offenbar zählt, Gäste in Ihrem Haus aufzunehmen. Für heute war allerdings noch ein Gast angesagt, und so sind wir noch zum nahegelegenen Flughafen gefahren. Hat etwas gedauert, bis wir endlich eine etwa 55jährige Amerikanerin dort eingesammelt haben.

Schließlich angekommen, habe ich mein Zimmer bezogen und nach 12 Tagen endlich wieder meine E-Mail gelesen - Internet war leider fürchterlich langsam. Während ich mich noch mit der Amerikanerin unterhalten habe, ist sie draufgekommen, daß sie Malereien, die sie in Alice Springs erworben hat, im Flugzeug liegen lassen hat. Nachdem abends telefonisch am Flughafen niemand erreichbar war, ist sie dann nochmal zum Flughafen gefahren und eine Stunde später mit den Gemälden wieder zurückgekehrt.

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Brisbane
photo by: Mezmerized