Angkor

Siem Reap Travel Blog

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Nachts hat es ordentlich gewittert, drau├čen sowie ich in meinem Verdauungssystem. In der Annahme, in Angkor Wat g├Ąbe es ohnehin gen├╝gend Toiletten, bin ich also aufgestanden und war um f├╝nf Uhr bereit, abgeholt zu werden. Der Tuk-Tuk-Fahrer, der mich h├Ątte abholen sollen, kam aber nicht - also hab ich im Hotel (dem anderen, in dem ich keinen Platz hatte) nachgefragt. Dort war ihnen das Problem bekannt, der Fahrer hatte offenbar einen Motorschaden bei seinem Gef├Ąhrt. Nachdem es nun bereits 5 Minuten vor halb sechs war und dem Hotelpersonal bewu├čt war, da├č ich den Sonnenaufgang sehen wollte, haben sie mich per Motorrad hingebracht. Unterwegs mu├čte ich teure 20 USD eintritt bezahlen, die sich aber gelohnt haben. Vom n├Ąchtlichen Gewitter war nichts mehr zu sehen und wenige Minuten nachdem ich das Areal betreten habe, ging ├╝ber Angkor Wat die Sonne auf.

Nach ausgiebigem Fotographieren und bestaunen habe ich mich eineinhalb Stunden wieder am Eingang eingefunden, wo mich ein Tuk-Tuk-Fahrer nun wie vereinbart abholen sollte. Hat er auch. Nachdem die einzelnen Tempel (und es sind derer viele) weit auseinander liegen, habe ich mich also von Tempel zu Tempel bringen lassen und dabei nat├╝rlich nicht alle gesehen, denn es sind wirklich viele. W├Ąhrend Angkor Wat sicherlich der gr├Â├čte ist, gibt es daneben noch kleinere, die mich aber weit mehr fasziniert haben. Der Tempel Angkor Wat ist freigelegt von aller Botanik, w├Ąhrend andere Tempel vom Dschungel geradezu vereinnahmt werden. Riesige B├Ąume, die ich zuvor bestenfalls im botanischen Garten gesehen habe, halten mit ihren Wurzeln die Tempel zusammen - wie Riesenkraken, die etwas umklammern. Vieles ist nat├╝rlich eingest├╝rzt, vieles aber auch wieder aufgebaut. Allerdings ist es egal, zu welchem Tempel man kommt, alle haben eines gemeinsam: Sehr detaillierte Steinreliefen, alle W├Ąnde sind voll davon, es mu├č eine Ewigkeit gedauert haben, die alle anzufertigen. Einige der Tempel sind richtige Tempelberge, also in Stufen, aber ├Ąhnlich einer Pyramide, aufgebaut. Ein paar davon sind erhalten, die Treppen sind allerdings ziemlich steil.

Bei den einzelnen Tempeln verkaufen nat├╝rlich Eltern mit ihren Kindern allerlei Dinge, vorzugsweise B├╝cher, T-Shirts, Fl├Âten, Armreife, Getr├Ąnke und Obst - und das sehr aufdringlich. Egal, worum es sich handelt, wenn man auf ein Angebot hin sagt "Ich hab schon eins, ich brauch keins mehr", dann kommt als sehr ├╝berzeugende Antwort "Dann kauf halt noch eins" oder "Aber das hast Du nicht von mir gekauft". Am fr├╝hen Nachmittag hatte ich jedenfalls schon genug - acht Stunden waren f├╝r mich mehr als ausreichend, auch wenn viele andere ganze drei Tage hier verbringen. Ich habe mich dann zur├╝ck zum Hotel bringen lassen und in weiterer Folge zum Postamt, wo ich die in Vietnam und heute erstandenen Souvenirs nach Hause schicken wollte.

Obwohl bef├╝rchtet, hat meine Verdauung ausgehalten, aber so wirklich wohlgef├╝hlt habe ich mich noch immer nicht. Wie vorgestern von der ├ärztin aufgetragen, habe ich meine K├Ârpertemperatur st├Ąndig beobachtet, sie ist ein paar Mal auf 37,2┬░C geklettert, was aber laut ihrer Auskunft nicht bedenklich sei. Nachmittags habe ich mich also ein wenig ausgeruht und schlie├člich hatte ich die Idee, ich k├Ânnte ja in Kambodscha nach dem zuhause empfohlenen Malariamedikament namens "Artesunate" suchen. W├Ąhrend meine Suche in China und Vietnam erfolglos war (obwohl es genau dort angeblich ├╝berall vorr├Ątig sei), hatte ich heute Gl├╝ck - in einer Apotheke konnte ich drei Packungen davon erwerben, allerdings zu einem komplett ├╝berzogenen Preis. W├Ąhrend Einheimische sicher nicht mehr zahlen als 50 Cent (wenn ├╝berhaupt), mu├čte ich 4 USD pro Packung hinlegen - feilschen war, ganz gegen asiatische Gewohnheit, ├╝berhaupt nicht m├Âglich. Eigentlich w├Ąre eine Packung ausreichend, allerdings ist das Medikament in Europa laut Auskunft meines Arztes nicht erh├Ąltlich (obwohl es in Belgien hergestellt wird) und gegen Malaria das beste ├╝berhaupt, man k├Ânne es auch gefahrlos auf Verdacht nehmen, da es sich um ein rein biologisches, nebenwirkungsfreies Produkt handelt. Diese Aussage deckt sich auch mit dem beiliegenden Datenblatt. Es schadet also nicht, wenn ich etwas davon vorr├Ątig habe - und sei es f├╝r zuk├╝nftige Reisen.

Abends bin ich dann essen gegangen, nachdem ich mich tags├╝ber haupts├Ąchlich von Bananen ern├Ąhrt habe (die sind hier ├╝brigens winzig klein und sehr s├╝├č). Die Fr├╝hlingsrollen haben mir heute schon deutlich besser geschmeckt als gestern - auch wenn ich mich noch immer nicht ganz hundertprozentig wohlf├╝hle, ich werde heute wieder mal fr├╝h schlafen gehen, denn morgen gibts die spannende Busfahrt nach Thailand, von der man sagt, sie sei eine f├╝rchterliche Qual ob der schlechten Stra├čenverh├Ąltnisse in Kambodscha...
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Siem Reap
photo by: genetravelling