Ainsworth Hot Springs

Kaslo Travel Blog

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Barriere haben wir bald nach dem Früstück verlassen - bei bewölktem Himmel. Unsere erste Etappe hat uns von Barriere über Kamloops und Salmon Arm nach Revelstoke geführt, wo wir schon vor ein paar Tagen eine Nacht verbracht haben. Unterwegs haben wir nicht oft angehalten, lediglich am Shushwap Lake haben wir eine Pause gemacht, wegen des starken Windes sind wir aber bald weitergefahren. Die Fahrt entlang des Shushwap Lake war sehr schön, die Bäume waren zwar schon frühlingshaft grün, aber zwischendurch hat wieder Regen eingesetzt, so ist bei uns nicht wirklich Frühlingsstimmung aufgekommen. Der Shushwap Lake scheint Kanadas Hausboot-Paradies zu sein, derzeit ist zwar noch niemand auf dem See unterwegs, aber die Bootsverleiher sind kaum zu übersehen.

In Revelstoke haben wir Mittagspause gemacht, allzulange konnten wir uns auch hier nicht aufhalten, weil wir einige Kilometer südlich die Fähre über den Columbia River erreichen wollten. Diese Fähre, mit der wir schon vor ein paar Tagen in die andere Richtung gefahren sind, ist als Teil des staatlichen Straßensystems kostenlos und fährt aus dieser Richtung zu jeder vollen Stunde. Pünktlich zur Abfahrt um drei Uhr waren wir vor Ort. Auf der anderen Seite haben wir uns dazu entschieden, nicht der Hauptstraße, sondern einer nichtasphaltierten Nebenstraße Richtung Süden zu folgen, um unsere Chancen, wieder Bären zu sehen, zu erhöhen.

Diese Rechnung ist auch aufgegangen, schon nach kurzer Zeit sind wir auf einen Bären am Straßenrand aufmerksam geworden. Allerdings war er etwas schüchtern und hat sich ein wenig zurückgezogen, aber durchs Gebüsch konnten wir ihn einige Minuten beobachten. Wir sind weiter durch Sumpfgebiete gefahren, in denen schöne große gelbe Blumen wucherten, die einen etwas unangenehmen Duft verströmt haben. Später ist die Straße angestiegen und wir konnten den "Trout Lake" im Tal und die sich darin spiegelnden Berge sehen. Auf dem Weg zurück ins Tal hat ein zweiter Bär unmittelbar vor uns die Straße überquert. Abgesehen von den beiden Bären haben wir unzählige Rehe gesichtet, die gottseidank in sicherer Entfernung ebenfalls über die Straße gelaufen sind.

Am frühen Abend haben wir uns erst ein Quartier in einem winzigen Ort namens Kaslo gesucht und gefunden, sind aber gleich nach Ainsworth Hot Springs weitergefahren. Wie der Name schon vermuten läßt, gibt es auch hier eine Therme. Das besondere daran ist, daß ein Becken im Inneren einer Tropfsteinhöhle liegt - dort rinnt an unterschiedlichen Stellen mehr als 40 Grad heißes Wasser zwischen den Steinen hervor. Die Höhle ist gerade so hoch, daß man darin aufrecht gehen kann, das Wasser weniger als einen Meter tief. Die Höhle ist eigentlich ein stark gekrümmter Tunnel zwischen den zwei Eingängen, mit mehreren natürlichen Nischen an der Seite.

Soetwas haben wir beide vorher noch nicht gesehen, so haben wir uns einige Zeit dort aufgehalten. Thermen in Kanada sind aber generell anders aufgebaut als jene zuhause, so wie die anderen auch, ist Ainsworth etwas heruntergekommen. Kästchen zum Einsperren der eigenen Garderobe gibt es nicht, stattdessen bekommt man einen Plastiksack, in welchen man die Kleidung legt. Diesen gibt man dann ab und erhält eine Marke dafür. Ruhe- oder Aufenthaltsräume gibt es genausowenig wie Sitzgelegenheiten. Letztere gab es nur im Freien, da war es allerdings reichlich kalt. All das war der Begeisterung über diese von Touristen scheinbar völlig ignorierte Höhle kein bisschen abträglich und so sind wir nach einem entspannenden Badeabend in unser Hotel in Kaslo zurückgekehrt.
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Kaslo
photo by: pyrrho