Adelaide Express

Sydney Travel Blog

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Der Tag meiner Abreise hat damit begonnen, da├č ich sehr fr├╝h aufstehen mu├čte, um mich von meinen Gastgebern zu verabschieden. Ich hatte dann noch etwa zwei Stunden Zeit, um fertig einzupacken und das Zimmer ein wenig sauber zu machen. Mein Rucksack war so schwer wie noch nie, was wohl zum Gro├čteil an den vielen Neuseeland-Reisef├╝hrern und dem neuen Stativ lag. Angesichts der Tatsache, da├č wir in Neuseeland aber die meiste Zeit ein Auto haben, st├Ârt mich das Gewicht nicht besonders. Der Fu├čmarsch zum Bahnhof ist mir allerdings dann recht lang vorgekommen.

Ich bin also zuerst mit dem Zug Richtung Stadtzentrum, aber nur bis Redfern gefahren. Dort mu├čte ich eine Viertelstunde auf einen Bus warten, der mich zum Containerterminal in Botany Bay gebracht hat. Laut Anweisungen sollte ich beim Busdepot aussteigen und von dort zum Hafen gehen. Das Problem daran war nur, da├č der Hafen sehr, sehr gro├č ist. Also habe ich den Hafenagenten angerufen, um zu fragen, wo ich hingehen soll. Seine Erkl├Ąrungen waren aber sehr unverst├Ąndlich (teils wegen seines asiatischen Akzents, teils wegen der Tatsache, da├č er Norden und S├╝den verwechselt hat), schlie├člich hat er mir angeboten, mich am abzuholen und zum Hafen zu bringen, ich sollte 20 Minuten auf ihn warten.

Nach 40 Minuten ist er schlie├člich gekommen und hat mich zum Hafen gebracht - das war zwar nicht weit, aber eben Richtung S├╝den und nicht Richtung Norden wie er mir am Telefon erkl├Ąrt hat. Dort mu├čte ich erst ein kleines Drehkreuz finden und anl├Ąuten, woraufhin ich hereingelassen wurde. Per Knopfdruck mu├čte ich einen Kleinbus rufen, der mich schlie├člich zu meinem Schiff, der "Adelaide Express" gebracht hat. An Bord mu├čte ich erst einmal auf die Einwanderungsbeh├Ârde warten - die sind dann auch bald gekommen, haben es sehr eilig gehabt und beinahe vergessen, meinen Pa├č zu stempeln.

Gleichzeitig haben zwei Schweizer das Schiff verlassen, die waren seit Ende Dezember von La Spezia unterwegs. Die beiden hatten ihre Fahrr├Ąder dabei und wollen eine Fahrradtour durch Australien machen - eine Teilstrecke davon f├╝hrt von Adelaide nach Darwin. Das hei├čt, die W├╝ste mit dem Fahrrad zu durchqueren. Stelle ich mir ein wenig hei├č und anstrengend vor, au├čerdem braucht man vermutlich Unmengen an Wasser im Gep├Ąck.

Es war schon Mittag und ich hatte gro├čen Hunger, der (deutsche) Kapit├Ąn hat mich dann in die Offiziersmesse zum Essen begleitet. Dort habe ich dann erfahren, da├č weitere Passagiere an Bord sind: Die Ehefrauen des Kapit├Ąns und des 1. Maats sowie eine schon recht alte Dame von der Isle of Man, die offenbar jedem Winter entkommt indem sie mit Frachtschiffen in w├Ąrmere Gefielde bzw. Wasser ausweicht. Nach dem Essen war meine Kabine (die bis gerade eben von den beiden Schweizern bewohnt wurde) bezugsfertig. Die ist deutlich kleiner als jene, die ich von Singapur nach Brisbane bewohnt habe, inkl. Bad etwa 20 Quadradmeter, etwa so gro├č wie ein durchschnittliches Hotelzimmer. Die Abfahrt wurde f├╝r morgen Vormittag angek├╝ndigt, also habe ich die Nacht im Hafen verbracht.
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Sydney
photo by: Sunflower300