AsiaChinaBeijing

Abfahrt nach Shanghai

Beijing Travel Blog

 › entry 28 of 296 › view all entries
Heute morgen bin ich als erstes in die Apotheke, um dieses Malariamittel zu besorgen, das es angeblich nur in China gibt. Als ich die Apotheke betreten habe, hat mir eine Verkäuferin gleich mit einem Zettel zugewunken, auf dem die wohl wichtigsten westlichen Medikamente sowie diverse Wehwehchen in lateinischer Schrift mit chinesischer Übersetzung gemalt waren. Leider war dieses Medikament nicht dabei, woraufhin eine Kollegin einen dicken Wälzer angeschleppt hat, offenbar eine Beschreibung für diverse Medikamente. Dort hab ichs dann auch gefunden, war aber leider nicht vorrätig.

Danach bin ich zur Post um einige mittlerweile überflüssige Dinge sowie unterwegs aufgelesene Souvenirs und Fotos heimzuschicken. Ich habe alles in eine Schachtel gestopft und mit Zeitungspapier ausgepolstert - offenbar ein Fehler, denn Zeitungen darf man scheinbar nicht aus China hinausschicken, obwohls egal wäre - kann ohnehin niemand lesen. Die nächste Hürde war die Adresse, dem Beamten hinter dem Schalter war zwar Australia ein Begriff, von Austria hat er aber offenbar noch nie was gehört. Selbst als ich ihm Österreich auf einer Landkarte gezeigt habe, hat er nur den Kopf geschüttelt. Gottseidank hatte er ein dickes Service-Buch in dem unter anderem alle Länder der Erde in Englisch und Chinesisch aufgelistet waren, somit war auch dieses Problem gelöst. Ich mußte unzählige Zollformulare ausfüllen und hoffe jetzt nur, daß das alles auch zuhause ankommt. Mir wurden zwei Versandoptionen angeboten, Airmail und Airmail mit Schiff. Was das heißt, weiß ich nicht, aber ich hab letzteres genommen, war billiger und dauert wahrscheinlich länger. Die etwas dürftige Erklärung des Postbeamten war, daß in jedem Fall das Paket per Airmail geschickt wird, nur in letzterem Fall wird es von der Hauptstadt zu meiner Adresse per Schiff geschickt. Also wie ein Paket von Wien nach Graz mit dem Schiff gelangen soll, weiß ich zwar nicht, aber ich denke, in Wien weiß man damit umzugehen, sollte das Paket jemals dort eintreffen.

Nachdem ich noch den ganzen Nachmittag Zeit hatte, um meinen Zug von Peking nach Shanghai zu erreichen, bin ich nochmal zur verbotenen Stadt spaziert, aber nicht hineingegangen, sondern stattdessen in den Park östlich davon. Der ist mindestens genauso schön und es laufen keine Touristen herum, nur einige wenige Chinesen und Japaner. Natürlich nicht ganz so groß, aber eigentlich gehörts zur verbotenen Stadt dazu. Dort habe ich im wesentlichen den Nachmittag verbracht und bin dann gegen halb 6 zurück Richtung Bahnhof aufgebrochen. Ich hab noch was zu Abend gegessen, hab meinen Rucksack aus dem Hostel geholt und zum Bahnhof gegangen.

Beim Betreten des Bahnhofs wird das Gepäck wie am Flughafen durchleuchtet. Den Zug konnte ich nur anhand der Zugnummer bzw. der Abfahrtszeit identifizieren, denn "Shanghai" in lateinischen Lettern war nirgendwo angeschrieben. Auch Bahnhsteignummer habe ich keine gesehen, nur die Nummer des Warteraums. Bei den Abgängen zu den einzelnen Bahnsteigen war dann zumindest die Zugnummer angegeben, sodaß ich Zug und entsprechenden Waggon dann doch rasch gefunden habe. Der Zug war sehr, sehr sauber und modern, keine lauten Fahrgeräusche, sodaß ich gut eingeschlafen bin.
Join TravBuddy to leave comments, meet new friends and share travel tips!
Beijing
photo by: Deats