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Abfahrt nach Saigon

Hue Travel Blog

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Gegen acht hat mich der Minibus des Hotels zum Bahnhof gebracht. Allerdings hatte der Zug gute 20 Minuten Verspätung. Als er dann schließlich gekommen ist, hatte ich zunächst ein Abteil für mich. Kurz nach Hue überquert der Zug die "Brücke am Quai". Die erste größere Station nach Hue war Danang. Zwischen Hue und Danang liegt der Wolkenpaß - und der hat seinem Namen alle Ehre gemacht und war von Wolken verhüllt, allerdings war die Bahnfahrt darüber ziemlich spektakulär. Die Strecke war ziemlich steil, sodaß hinten eine zweite Lokomotive schieben mußte, und sehr kurvenreich, der Zug war nicht sehr viel schneller unterwegs als in Russland bei der Zirkumbaikalbahn. Die Aussicht war überwältigend, entlang der Steilküste über einige Brücken und Tunnels. Im Nachhinein habe ich mir gedacht, ich hätte den Lokführer wieder bestechen sollen, darin habe ich ja schon Übung.

Allzu lange hat die Fahrt über den Berg nicht gedauert. Aber auch nachher war es interessant, aus dem Fenster zu schauen. In den Reisfeldern, Wiesen und Wäldern sind abwechselnd Wasserbüffel, Kühe und strohbehütete Arbeiter aufgetaucht. Dazwischen waren auch Friedhöfe zu sehen, die Gräber sind sehr groß und bunt, jedes Grab hat eine eigene Mauer drumherum. Die Gräber sind nicht wie bei uns zumeist an einem Raster ausgerichtet, sondern einfach irgendwie in die Wiese gebaut. (Eine Schweizer Ärztin, die mir unlängst in einem Bus begegnet ist, hat dazu etwas pietätlos gemeint "Ums Grundwasser und die Reisfelder machen sie sich bei den Gräbern keine Gedanken. Gottseidank gibt es hier keine Chemotherapie, wer weiß was sonst in dem Reis drin wäre")

Irgendwann ist dann ein etwa 50jähriger Vietnamese eingestiegen. Er konnte zwar kaum Englisch, aber immerhin hat er mir erklären können, daß er nach Saigon fährt, um seine Familie dort zu treffen. Auch ein Franzose war im gleichen Waggon, mit dem bin ich ins Gespräch gekommen und wir sind draufgekommen, daß unsere Reisepläne ähnlich sind. Er ist auch mit dem Zug unterwegs nach Saigon, dann weiter nach Thailand, Malaysia und von Kuala Lumpur fährt er mit dem Frachtschiff nach Hause nach Marseille - auch für ihn die erste Frachtschiffreise. Aber sein Schiff geht erst im Februar während meines schon in gut drei Wochen in Singapur ausläuft.

Auch den Nachmittag habe ich damit verbracht, aus dem Fenster zu schauen, die Landschaft war wirklich faszinierend. Zwischendurch hat es zwar geregnet, aber das hat mich nicht wirklich gestört. Abends, an einem Bahnhof, hat der Vietnamese in meinem Abteil dann Abendessen besorgt - für mich auch und hat mich eingeladen. Von dem, was er besorgt hat, war ich dann aber weniger begeistert. Als er "Chicken" gesagt hat, wußte ich noch nicht, daß es nur die Innereien eines Huhns sein würden. Auch zwei gelbe Bälle waren darunter, von denen ich bis jetzt nicht weiß, was genau es war, aber ich denke, es waren Augen von irgendeinem anderen Tier, führ Hühneraugen waren sie wohl zu groß, aber ich konnte deutlich kleine rote Äderchen in den gelben Bällen sehen. Mir hat schrecklich geekelt, ich hab nur den Reis gegessen und weil ich nicht unhöflich sein wollte, habe ich nach einer Ausrede gesucht, warum ich das nicht essen muß. Nachdem das mein Abendessen war, hab ich meine Malariapille dazu genommen und ihm dann erklärt, daß ich das mit der Pille zusammen leider nicht essen darf, das hat er dann gottseidank verstanden.
TravelSteff says:
CHICKEN :-P
Posted on: Oct 21, 2007
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Hue
photo by: Paulovic